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Museum und Besucherzentrum Zeiteninsel,
Weimar an der Lahn

"Das Preisgericht unter dem Preisgerichtsvorsitz von Per Pedersen (Staab Architekten Berlin) hat sich einstimmig für die Vergabe der Preise entschieden. Der Siegerentwurf erreicht durch die geschickte Positionierung des Gebäudewinkels auf dem Grundstück einen maximalen Freibereich. Ferner wird die bauliche Trennung zwischen Innen- und Außenbereich durch die Integration eines als Filter wirkenden Zauns optimal erreicht. Die Arbeit überzeugte insgesamt aufgrund ihrer selbstverständlichen und zugleich prägnanten Art als hervorragende Antwort auf die gestellte Entwurfsaufgabe." (Hessisches Ministerium der Finanzen - Auszug aus der Pressemitteilung)

Wie zwei Uhrzeiger nimmt das Haus Bezug auf die wesentlichen Richtungen und erhält so seine eigenständige Form. Die Bewegungsrichtung aufnehmend, führen Zaun, Wand und Weg unter das große Vordach des Eingangsgebäudes. Die Stützen, die sich zu Wandschotten entwickeln, bereiten den Perspektivwechsel vor und dienen beiläufig als Informationsträger. Eine Himmelsleiter auf das Dach erweitert den öffentlichen Bereich um eine weitere neue Perspektive. Neugierige Radwanderer finden hier einen Ort, der Entdeckungen auch jenseits der Öffnungszeiten ermöglicht und das Interesse an der Zeiteninsel weckt. Der nordwestliche Zeiger bildet das Vordach und den Eingangsbereich aus. Im Gelenk, hinter der Zeitenschleuse, findet der große Multiunktionsbereich seinen Platz. Es entsteht aus der Geometrie des Baukörpers, in Verbindung mit dem Eingang ein großer zusammenhängender Raum. Der südöstliche Zeiger ist dem funktionalen Zugang zugewandt. Entsprechend sind hier die internen Räume angeordnet. Abgetrennt vom Eingangs- und Multifunktionsbetrieb, liegen die Arbeitsräume im südlichsten Zipfel. Die Mitarbeiter haben über den Gang, Blickbeziehungen zur Museumsinsel. Ein Filter verhindert die direkte Einsehbarkeit der Büros durch Museumsbesucher.

Die Holzstruktur bestimmt die Raumwirkung. Die gewählte Tragstruktur besteht aus eng aneinandergereihten Rahmen aus Brettschichtholz. Zu den beiden Enden hin lichtet sich die Rahmenreihe durch die Reduktion der Querschnitte bzw. durch den Übergang in ein Kragsystem. Über den Rahmen liegen multifunktionale Hohlkastenträger aus Holzwerkstoffplatten. Im Bereich mit Anforderungen an die Raumakustik sind sie unten gelocht, im Bereich der Auskragung an den Spitzen der Struktur bietet der Hohlraum Platz für entsprechende Verstärkungen.

Bauherr: Gemeinde Weimar (Lahn)
Planung und Realisierung: 2018-23
BGF und BRI: 580 m², 2.210 m³

Wettbewerb 2017, 1. Preis

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